Basketballspieler trainiert im Morgengrauen allein in einer leeren Halle — Bild für inneren Antrieb statt äußerem Applaus

Kobe stand um 4 Uhr in der Halle. Und du sitzt abends da und fragst dich: wofür?

 

Lass mich mit einem Bild beginnen, das hängen bleibt.

4 Uhr morgens. Draußen ist es dunkel, die Stadt schläft, kein Mensch schaut zu. Und in einer leeren Halle hörst du das Quietschen von Schuhen auf dem Parkett. Wieder. Und wieder. Das war Kobe Bryant (RIP). Kein Trainer, der ihn antrieb. Kein Publikum, das johlte. Kein Bonus am Ende der Einheit. Nur ein Mann, ein Ball und ein Grund, der so tief in ihm saß, dass 4 Uhr für ihn kein Verzicht war, sondern der vielleicht schönste Teil des Tages.

Und jetzt sei mal ganz ehrlich mit dir, selbst, wann hattest du das letzte Mal den Drang um 4 Uhr morgens aufzustehen, weil dich die Leidenschaft aus dem Bett trieb? Etwas, das von innen kam. Nicht von oben, nicht von außen, nicht aus deinem Kalender.

Nimm dir einen Moment. Denk kurz nach. 

 

Die Frage, die abends kommt, wenn keiner mehr da ist

Und ich glaube, ich kann mir vorstellen, wie dein Tag und auch wie dein Abend aussieht. 

Tagsüber bist du jemand der abliefert. Du löst Probleme, um die sich drei andere gedrückt haben. Du fängst das Team auf, wenn es wackelt. Ob du eine Steuerkanzlei durch die Deadline führst, eine Schicht in der Produktion am Laufen hältst oder eine Abteilung, die von oben Druck kriegt und von unten Erwartungen erfüllen will. Was auch immer es ist, du funktionierst. Du bist wie ein Profi, der jedes Spiel gewinnt.

Und dann ist Feierabend. Du sitzt da. Und der Applaus, auf den du insgeheim gewartet hast, kommt schon wieder nicht, obwohl du einen weiteren Tag alles reingehauen hast. Und genau deswegen stellst du dir die leise Frage, die keiner hört, weil du sie nie laut sagst: Wofür eigentlich das Ganze?

Kennst du das?

Und bevor du denkst, du wärst damit allein möchte ich dir etwas sagen. Fast jeder, der viel trägt, kennt diesen Feierabend. Das ist kein Zeichen, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es ist ein Zeichen, dass du den wichtigsten Wegweiser, den du hast, gerade nur falsch liest. Und genau das ist es, das dich Kraft kostet.

 

Der Denkfehler, der deinen Tank leert

Das Problem, die meisten glauben, ein leerer Tank heißt: Ich muss noch mehr geben. Ich muss noch früher zur Arbeit kommen, ich muss noch später das Büro verlassen, dann kommt die Anerkennung schon von ganz allein, dann wird's besser.

Und ich sag dir was, das kurz wehtun darf: Das ist der falsche Tank.

Du tankst gerade an der falschen Zapfsäule. Du füllst diesen Tank mit dem falschen Benzin, nämlich mit dem, was von außen kommt. Mit dem flüchtigen Lob, das mal ausgesprochen wird und mal nicht. Der Bestätigung, die du dir verdienen musst. Dem nächsten Titel. Und exakt dieser falsche Tank hat ein Loch. und genau deswegen wird er nie voll, egal wie viel du reinschüttest.

In meinen Jahren mit Profisportlern und heute mit Leistungsträger:innen im Business ist es immer derselbe Unterschied, den ich solange nicht verstanden habe und den auch so wenig andere verstehen. Der Unterschied zwischen Motivation und Motivierung. Motivierung ist alles, was von außen kommt. Der Bonus, die Gehaltserhöhung, das Schulterklopfen. Intensiv wie der Jubel nach einem Tor und genauso schnell wieder weg. Motivation hingegen kommt von innen. Sie ist der Grund, aus dem du um 4 Uhr morgens von selbst aufstehst.

Merkst du, was da gerade passiert?

Denn Kobe stand nicht um 4 Uhr in der Halle, weil ihn jemand dazu motiviert hat. Er stand da, weil er wusste, wofür. Sein Tank war voll, bevor der erste Mensch auf der Tribüne saß, um zu klatschen.

 

Was den Tank wirklich füllt

Und jetzt der Teil, den kaum jemand ausspricht. Ein Grund, der dich trägt, entsteht nicht aus oder wegen dem Applaus. Er entsteht aus drei Dingen:

  1. dass du selbst entscheidest, wie du deine Arbeit machst.
  2. Dass du spürst, dass du gut wirst in dem, was du tust.
  3. Und dass das Ganze für etwas oder jemanden zählt, der dir wichtig ist.

Das ist kein rosa rotes Gefühlsgedusel. Das ist der Treibstoff, den dir keiner geben und keiner wegnehmen kann. Nicht das Meeting, das schieflief. Nicht das Lob, das ausblieb. Nicht der schlechte Tag.

Und ich weiß, vielleicht trifft dich das gerade nicht. Völlig okay. Kein Stress. Du musst heute nicht dein ganzes "Wofür" umbauen. Es reicht ein erster ehrlicher Blick.

 

Der eine Unterschied

Das ist der Unterschied zwischen einer Leistungsträger:in und einer Business-Athlet:in. Ein leerer Tank ist nicht dein Versagen, er ist das Muster, das entsteht, wenn du dich noch nicht selbst führst. Wenn du den eigenen Antrieb aus der Hand gegeben hast und darauf wartest, dass ihn dir jemand zurückbringt. Aber die Wahrheit ist und bleibt, niemand kommt, um dir deinen Tank zu füllen. Das kannst nur du. Und du bist nur eine einzige Entscheidung davon entfernt, das zu ändern.

Genau da setzt Selbstführung an, das erste von sieben Prinzipien im Kern von MINDSE7.

Und weil du zu den Menschen gehörst, die viel tragen und trotzdem weiterlesen bis hierhin, mach heute nur einen kleinen Zug: Nimm dir heute Abend 60 Sekunden und beende einen einzigen Satz:

"Wenn ich ehrlich bin, bringe ich gerade meine Leistung vor allem für …".

Kein Vorsatz, keine To-do-Liste. Nur ein ehrlicher Satz. Denn in dem Moment, in dem du ihn aussprichst, fängst du erneut an deinen Tank zu füllen.

Und wenn du magst, dann schreib den einen Applaus, der nie kam, aber auf den du wartest und für den du dich gerade abschuftest, in die Kommentare. Ein Satz reicht. Wenn du dich nicht traust, ihn öffentlich zu schreiben, dann schreib ihn wenigstens für dich auf. Das zählt genauso.

Hör auf, das Spiel anderer zu spielen, denn niemand kommt um deine Rechnungen zu zahlen.

Du bist nur 7 Prinzipien davon entfernt, ein:e Busines Athelt:in zu werden,

#PlayMentallyStronger

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