Marco Reus im BVB-Trikot im Signal Iduna Park – Symbolbild für Kongruenz zwischen Werten und Arbeitgeber

Was Marco Reus mir vorgemacht hat und ich Jahre zu spät verstanden habe

 

Marco Reus und die Sache mit der Kongruenz, die ich erst Jahre später verstanden habe.

Marco Reus hätte gehen und den BVB verlassen können. Mehrfach. Die ganz großen Klubs Europas hatten Interesse, das Geld lag mehr oder weniger auf dem Tisch, die Spekulation waren im vollen Gang, bevor er überhaupt entschieden hatte. Und er blieb. Beim BVB. Zwölf Jahre lang.

 

Von außen haben das viele nicht verstanden. Es gab sicher eine ganze Menge Menschen, die nicht verstehen konnten, wie man solche Angebote ausschlagen kann? Aber Reus hat eine Entscheidung getroffen, die tiefer ging als jede Gehaltsverhandlung. Er blieb dort, wo Werte, Umfeld und Menschen zusammenpassten. Wo es für ihn kongruent, also stimmig war.

 

Ich gebe ehrlich zu, als ich damals beim BVB nah an dieser Welt der Superstars dran war, habe ich die Tragweite dieser Entscheidung nicht sofort begriffen. Ich habe mich in dem Moment natürlich gefreut, dass Marco blieb, aber wirklich verstanden habe ich sie erst Jahre später und zwar als ich am eigenen Leib erlebt habe, was passiert, wenn genau diese Übereinstimmung fehlt.

 

Was Kongruenz wirklich bedeutet

Kongruenz heißt: Deine Werte, dein Arbeitgeber, dein Umfeld, die Menschen um dich herum, die Kultur etc. pp, all das ist deckungsgleich zu dir. Alles zieht in dieselbe Richtung.

 

Und was mir nach Jahren bewusst wurde. Fehlt diese Kongruenz, ist weder nachhaltige Motivation noch echte Leistung möglich. Du kämpfst dann nämlich nicht mehr um den Sieg. Du kämpfst gegen die Missstände. Jeden Tag ein bisschen. Du kommst nie in den Flow, weil ein Teil von dir permanent gegen das Umfeld und die Umstände arbeitet, statt mit ihnen.

 

Das ist auf Dauer zermürbend. Und es ist der Grund, warum in so vielen Unternehmen der Flurfunk zum dominierenden Thema geworden ist. Wo Kongruenz fehlt, entsteht Frust. Und Frust sucht sich ein Ventil, meistens in Form von Gerede über all das, was nicht passt.

 

Vielleicht kennst du das

Nach außen wirkst du souverän. Du lieferst. Aber innerlich kämpfst du. Nicht gegen die Aufgaben, nein, die kannst du. Du kämpfst gegen ein Umfeld, dessen Werte die nicht deine sind. Gegen Entscheidungen, die du nicht mitträgst. Gegen eine Kultur, in der du dich nicht wiederfindest. So wie ich damals in der Spielerberater Agentur, in der ich nie angekommen bin. Damit sage ich nicht, dass diese Menschen besser oder schlechter waren als ich. Wir haben lediglich nicht zusammengepasst. Weder auf der Prinzipien, noch auf der Werte Ebene. Nicht menschlich, charakterlich und auch nicht professionell.

 

Im realen Leben ist es oft so, dass in Situationen der Unzufriedenheit und Frustration, oft auch in Phasen der Kündigung, plötzlich alles möglich ist, oder die Gehaltserhöhung oder der Bonus kommt. Und für ein paar Wochen fühlt es sich besser an. Weil das Geld betäubt. Aber es heilt nichts. Wenn die Wirkung verfliegt, ist die Reibung wieder da und der Gedanke an die innere Kündigung und den nächsten Arbeitgeber kommt zurück.

 

Geld betäubt. Kongruenz trägt.

Das ist der Unterschied, den kaum jemand ausspricht. Äußere Anreize wie Geld, Beförderungen, Titel, Boni, können fehlende Stimmigkeit eine Weile übertünchen. Aber sie ersetzen sie nicht. Nachhaltige Motivation entsteht nur dort, wo das, was du tust, mit dem übereinstimmt, wer du bist.

 

Reus hat das früh für sich erkannt. Ich habe Jahre gebraucht, um es zu verstehen. Vielleicht ersparst du dir diese Jahre, durch diesen Insight.

 

Stell dir vor, du triffst deine nächste Entscheidung nicht nach der Höhe des Angebots, sondern nach der Tiefe der Übereinstimmung. Nicht: “Wo verdiene ich mehr?” Sondern: “Wo kann ich endlich um etwas spielen, statt gegen alles zu kämpfen?”

 

An dem Tag hört das Kämpfen gegen etwas auf. Und das Spielen für etwas beginnt.

 

Denke dran, du bist nur 7 Prinzipien davon entfernt, ein Business Athlet:in zu werden.

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